Sicherheit beim Umgang mit Hydraulikflüssigkeiten
Allgemeines zu Hydraulikflüssigkeiten
Hydraulikflüssigkeiten sind Fluide, die eine Übertragung von Energie, Kraft und Signalen möglich machen. Sie fallen unter die Schmiermittel und finden ihren Einsatz beispielsweise in Motoren und Antrieben. Diese Fluide müssen bestimmte Eigenschaften erfüllen und werden auch Druckflüssigkeiten genannt. Unter die Druckflüssigkeiten fallen z.B. Hydrauliköle, synthetische, organische oder wasserhaltige Flüssigkeiten. Sie dienen als Übertragungsmedium in hydraulischen Systemen.
Der sichere Umgang mit diesen Stoffen wird von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (kurz: BGR) vorgeschrieben. Die Regeln für einen sicheren Einsatz von Druckflüssigkeiten in Hydraulik-Schlauchleitungen werden im BGR 237 dargelegt. So bekommen Unternehmer und Verwender eine gezielte Hilfe zur Vermeidung von Gefahren an die Hand.
Diese Anforderungen an den Umgang mit einer Hydraulikflüssigkeit schützen Mitarbeiter, Umwelt und Gewässer.
Im Folgenden sind die wichtigsten Punkte zur Sicherheit beim Umgang mit Druckflüssigkeiten aufgeführt:
Unterweisung und Beurteilung
- Unterweisen Sie ihre Mitarbeiter, vor Aufnahme der Tätigkeit, in die Gefahrenmöglichkeiten und deren Schutzmaßnahmen. Die Unterweisung muss jährlich wiederholt werden.
- Führen Sie als Unternehmer eine Gefährdungsbeurteilung durch. Diese ist laut den §§ 5 und 6 des Arbeitsschutzgesetzes und laut § 3 der Betriebssicherheitsverordnung vorgeschrieben. Außerdem dient eine Gefährdungsbeurteilung dem Schutz ihrer Mitarbeiter.
Betriebsanweisung
- Erstellen Sie eine Betriebsanweisung für Ihre Mitarbeiter. Diese muss die erforderlichen Schutzmaßnahmen, Verhaltensregeln und Erste-Hilfe-Maßnahmen, sowie Hinweise für eine fachgerechte Entsorgung enthalten. Beachten Sie die Regeln im BGR 237.
- Machen Sie die Betriebsanweisung ihren Mitarbeitern offen zugänglich.
- Kontrollieren Sie die Einhaltung der Betriebsanweisung oder sorgen Sie für eine entsprechende Kontrolle durch beauftragte Personen.
Richtige Auswahl des Stoffes
- Wählen Sie das für den Einsatz geeignete Hydrauliköl aus.
- Prüfen Sie, dass die gewählte Druckflüssigkeit schwerentflammbar ist.
- Achten Sie bei einer Umstellung von Hydrauliköl auf eine biologisch schnell abbaubare Substanz, auf die Verträglichkeit der Zusammenwirkung der Stoffe.
- Stellen Sie die Gebrauchsfähigkeit der Hydrauliköle sicher.
- Beachten Sie die Hinweise der Hersteller.
- Vermeiden von Gesundheitsgefahren
- Informieren Sie sich über mögliche Gefahren. Das ist z.B. im BGR 237 oder BGR 137 möglich.
- Treffen Sie entsprechende Maßnahmen zur Vermeidung von Gefahren.
- Vermeiden Sie direkten Hautkontakt mit der Hydraulikflüssigkeit und atmen Sie keinen Sprühnebel ein. Dies gilt insbesondere, wenn das Fluid gesundheitsgefährliche Substanzen enthält.
- Ist die Flüssigkeit versehentlich unter die Haut geraten, sollte umgehend ärztliche Hilfe aufgesucht werden. Gerade wenn z.B. ein Hydrauliköl unter hohem Druck aus einem Leck austritt, ist die Gefahr eines Eindringens in die Haut denkbar. Unterschätzen Sie diese Verletzung nicht.
- Tragen Sie während dem Umgang mit dem Fluid unbedingt geeignete persönliche Schutzkleidung, wie Handschuhe und eine Schutzbrille. Spezielle Hautschutz und Hautpflegemittel unterstützen die Gefahrenvorbeugung. Tragen Sie diese vor dem Umgang mit Druckflüssigkeiten auf.
- Wechseln Sie sofort benetzte Arbeitskleidung, um einen direkten Hautkontakt abzuwenden.
- Beachten Sie die Hygienevorschriften, um ein Eindringen eines Stoffes in den Verdauungstrakt zu vermeiden. Waschen Sie sich nach der Arbeit mit Fluiden gründlich die Hände.
Berücksichtigung von Umgebungseinflüssen
- Begutachten Sie die Umgebungseinflüsse beim Umgang mit Druckflüssigkeiten. Diese können sein: Umgebungstemperatur, Fremdstoffe in der Umgebungsluft, ionisierende Strahlung und Feuchtigkeit. Berücksichtigen Sie die Einwirkung auf die Umwelt.
- Achten beim Umgang mit einem Fluid darauf, dass sich keine Zündquellen in unmittelbarer Nähe befinden.
- Ergreifen Sie entsprechende Schutzmaßnahmen zur Abwendung von Gefahren.
Lagerung und Befüllen
- Lagern Sie Fluide nur über ausreichend großen Auffangwannen oder Betonbecken. Das Minimum hierfür beträgt 10 v.H. Auffangvolumen für das Gelagerte oder das größte Gebinde. Dies gilt auch für installierte Maschinen, die ein Hydrauliköl enthalten.
- Beachten Sie beim Lagern zusammen mit anderen gefährlichen Stoffen die geltenden Vorschriften.
Boden und Gewässerschutz
- Lagern, transportieren und verfüllen Sie Hydrauliköle nur so, dass eine Verunreinigung des Bodens oder des Wassers vermieden wird.
Wartung und Instandhaltung
- Öffnen Sie Hydrauliksysteme nur nach einer Druckentlastung und einer fachgerechter Entleerung.
- Bauen Sie nur normgerechte Schläuche mit ausreißsicheren Armaturen in ihre Hydrauliksysteme ein.
- Verwenden Sie keine gebrauchten oder schadhaften Schläuche.
- Schalten Sie undichte Hydrauliksysteme sofort ab, wenn eine Spritzgefahr der Flüssigkeit droht.
- Tauschen Sie Dichtungen und Hydraulikleitungen rechtzeitig aus.
- Achten Sie auf die dauerhafte Kennzeichnung der Hersteller auf den Hydraulikschläuchen und den Hydraulikschlauchleitungen.
- Halten Sie Ölbindemittel vor und setzen Sie es bei einem Austritt von Druckflüssigkeit ein.
- Beachten Sie auch hier die Hinweise der Hersteller.
Fachgerechte Entsorgung
- Prüfen Sie vor der Entsorgung der Druckflüssigkeit die Möglichkeit einer Wiederaufbereitung. Wägen Sie hierbei Aufwand und Nutzen ab.
- Sammeln und Lagern Sie den zu entsorgenden Stoff bis zum Abtransport gemäß des Abfallschlüssels.
- Kennzeichnen Sie die Abfallbehälter mit der Abfallschlüsselnummer und dem entsprechenden Gefahrensymbol.
- Sie haben eine Aufzeichnungspflicht über entsorgte Gefahrenstoffe zu leisten. Lassen Sie sich einen Entsorgungsbeleg durch das Entsorgungsunternehmen ausstellen. Dieses Unternehmen muss behördlich zugelassen sein.

